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"Wir stellen uns den Herausforderungen in Emscher-Lippe"
Regionalrat unternimmt ausgedehnte "Tour de Ruhr" / Regierungspräsident Dr. Jörg Twenhöven unterstreicht Wichtigkeit des Strukturwandels
Münster/Emscher-Lippe. Baden gehen im Halterner Silbersee, experimentieren im Chemiepark, Fußballspielen in Gelsenkirchen – diese Programmpunkte lassen die rund 30 Mitglieder des Regionalrates Münster heute (30. Juni) aus. Dafür steht harte Arbeit auf dem Programm: Einen Tag lang informiert sich das Gremium über aktuelle Probleme im Emscher-Lippe-Raum und legt dafür mehrere Hundert Kilometer im Bus zurück. Regionalrats-Vorsitzender Engelbert Rauen: "Die Eindrücke vor Ort verschaffen den Mitgliedern eine gute Wissensbasis für künftige Entscheidungen über strukturwirksame Planungen". Eines ist damit klar: Die "Tour de Ruhr" ist keine Vergnügungsreise.
Haltern am See:
Wenn auch der Start am Halterner Silbersee II etwas anderes vermuten lässt: Niemand legt sich zum Sonnen an den Strand. Die Arbeit ist jedoch getan; noch frisch sind die Beschlüsse, den Silbersee II für den Badebetrieb herzurichten, während der erste See wieder der Sandgewinnung dienen soll. Der Regionalrat hatte entscheidenden Anteil an dieser Lösung; das nötige Geld stellte unter anderem die Bezirksregierung Münster zur Verfügung. In wenigen Tagen soll der See freigegeben werden.
Marl:
Die chemische Industrie ist eines der strategisch wichtigen Handlungsfelder für die Emscher-Lippe-Region und das Ruhrgebiet. Förderinitiativen und regionalplanerische Entscheidungen pro Chemiepark Marl werden im Regionalrat der Bezirksregierung Münster schon seit langem als "Chefsache" gehandelt. Die Gremiumsmitglieder informieren sich im Chemiepark über die ausgeprägte Infrastruktur und das Dienstleistungsangebot für die angesiedelten Unternehmen ebenso wie über Sicherheits- und Umweltschutzaspekte sowie weitere Entwicklungsmöglichkeiten des Standortes.
Gelsenkirchen:
Stau am Stadion – den soll es nicht geben. Wenigstens nicht mehr, wenn zur Fußball-Weltmeisterschaft im kommenden Jahr die "Welt zu Gast bei Freunden" ist. Vielen Neubau-Projekten im Bereich Straße, Schiene und Infrastruktur hatte der Regionalrat in den vergangenen Monaten zugestimmt. Im Rahmen seiner "Tour de Ruhr" begutachten die Mitglieder nun den Stand der Arbeiten. Ebenfalls im Fokus des Besuches steht der Bau einer Reha-Klinik mit Hotel zwischen dem alten Parkstadion und der neuen Arena "AufSchalke". Dort soll Gewerbe aus dem Bereich "Freizeit und Gesundheit" angesiedelt werden. Schlusspunkt in Gelsenkirchen bietet das Entwicklungsprojekt "Schalker Verein" als Beispiel für die neue Nutzung von alten Brachflächen als Gebiet zum Wohnen und Arbeiten.
Bottrop:
Die Kokerei Prosper lädt den Regionalrat zu einer Besichtigung ihres Geländes ein. Die Fachleute werden den Politikern neuste Entwicklungen und Techniken rund um die Themen Koksproduktion und -herstellung geben.
Haltern am See:
Die Tour endet in Haltern am See mit einem Informationsabend über die Wassergewinnung in der Region.
Regierungspräsident Dr. Jörg Twenhöven begleitetet den Regionalrat auf seiner Tour durch Emscher-Lippe. "Diese Fahrt gibt der Arbeit der Bezirksregierung und des Regionalrates viele neue Impulse. Koks und Kohle sind noch lange nicht verschwunden, die Chemie-Industrie noch lange nicht in voller Blüte. Der Strukturwandel ist zwar in vollem Gange und die Fördermittel aus dem Stadtumbau-West zeigen erste Wirkungen - aber die Emscher-Lippe-Region wird noch sehr lange ein Schwerpunkt unserer Arbeit sein", so der Regierungspräsident.
Stichwort: Regionalrat
Der Regionalrat ist für die Regionalplanung im Bezirk verantwortlich. Wichtigstes Instrument dieser Planung ist der Regionalplan (früher: Gebietsentwicklungsplan). In ihm werden für alle Flächen im Bezirk mögliche Nutzungen festgeschrieben. Er ist verbindlich für die Planung in den Kommunen. Der Regionalrat berät und spricht Empfehlungen an die Landesregierung aus, setzt Prioritäten und wird von der Bezirksregierung Münster über alle Förderprogramme des Landes unterrichtet. Der Regionalrat Münster besteht aus 45 Mitgliedern, 25 von ihnen sind stimmberechtigt und vertreten die Kommunen des Bezirkes. Die nicht stimmberechtigten, beratenden Mitglieder werden von den gesellschaftlich relevanten Gruppierungen des Bezirkes entsandt. Den Vorsitz des Regionalrates führt zurzeit Engelbert Rauen (CDU), Bürgermeister von Wettringen. Die CDU stellt 12 Mitglieder im Regionalrat, die SPD 8, die Partei Bündnis 90/Die Grünen drei und die FDP zwei Mitglieder.
01.07.2005

