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Führerscheinsperre: 21 fanden Gnade

Münster. Er wohne auf einem Bauernhof, weitab von der Stadt, und brauche seinen Motorroller dringend, um am Wochenende "mal was anderes zu sehen". Dem Manne war nicht zu helfen. Er musste seinen Führerschein abgeben, und zwar sofort. 41 Gnadengesuche von reuigen Autofahrern erreichten die Bezirksregierung im vergangenen Jahr. Sie alle wollten erreichen, dass sie ihren Führerschein später abgeben können, als von den Ordnungsbehörden vorgeschrieben. 21 von ihnen lieferten eine schlagkräftige Begründung - und bekamen grünes Licht von der Bezirksregierung Münster.

"Meistens haben die Menschen Angst, ohne Führerschein arbeitslos zu werden", beschreibt Marion Schimanek von der Bezirksregierung Münster die Motive der Verkehrssünder, einen Gnadengesuch zu verfassen. Der Gang zum Arbeitgeber bleibt den Autofahrern jedoch nicht erspart. Nur wenn der Dienstherr den drohenden Verlust des Arbeitsplatzes schriftlich bescheinigt, hat der Autofahrer eine Chance auf "Gnade vor Recht". Schimanek: "Vielen Menschen hilft es, wenn Sie ihren Führerschein nicht innerhalb einer behördlichen Frist abgeben müssen, sondern dies zum Beispiel in ihren eigenen Urlaub hinein verlegen können." Deswegen ist die Fristverlängerung für die Abgabe des Scheines in der Regel auch das einzige Angebot, dass die Bezirksregierung den Autofahrern macht.

Private Gründe - zum Beispiel der Wunsch nach Wochenend-Vergnügungen in der entfernten Stadt - lässt die Mitarbeiterin des Polizei-Dezernates nur selten gelten. Denn der Führerschein-Entzug solle schließlich als Strafe empfunden werden, und nicht nur als lästige Einschränkung. "Wir stimmen nur zu, wenn der Betroffene beispielsweise seinen schwer kranken Ehepartner zu einer Therapie fahren muss."

Wer bereits häufiger seinen Führerschein abgeben musste, keine Einsicht zeigt oder vermuten lässt, dass es ihm mit der Reue nicht allzu ernst ist, wird auch künftig keine Chance auf Gnade haben. Schimmanek macht potenziellen leichtfertigen Antragstellern wenig Hoffnung: "Wer den Führerschein auf Zeit abgeben muss, hat es - in der Regel - auch verdient. Dass er den Führerschein dringend braucht, hätte er sich schon vor seinem Verkehrsverstoß überlegen müssen."

22.01.2004

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