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Auf der Suche nach gemeinsamen Konzepten
Deutschlands Wasser-Experten in Münster / Wirtz: Wasser ist das wichtigste und kostbarste Lebensmittel
Münster. "Wasser ist wertvoll und keine übliche Handelsware. Auch wenn in Deutschland kein Wassermangel herrscht und es quasi überall frisch aus dem Hahn kommt, müssen wir es stärker schützen als bisher." Mit diesem Appell begrüßte Regierungsvizepräsident Alfred Wirtz heute (8. September) die 127. Vollversammlung der Landesarbeitsgemeinschaft "Wasser", deren Mitglieder aus ganz Deutschland noch bis morgen in Münster tagen. Wichtigster Punkt auf der Tagesordnung: Die Umsetzung der europäischen "Wasser-Rahmenrichtlinie" oder, etwas flüssiger ausgedrückt: Das europaweite Programm zum Schutz des Wassers. Die Fachleute aus mehreren Bundesministerien und aus den obersten Wasserbehörden der 16 Bundesländer treffen sich seit 1956 regelmäßig, um sich abzustimmen und so einen in ganz Deutschland einheitlichen Schutz des Wassers zu gewährleisten. Den Vorsitz hat zurzeit das Land Nordrhein-Westfalen.
Im Sinne seines Appells sprach sich Wirtz dafür aus, den Schutz der Flüsse und Seen im Regierungsbezirk noch stärker als bisher voranzutreiben und festgestellte Probleme konsequent zu lösen. So habe eine Bestandsaufnahme ergeben, dass – wie nahezu überall im Land NRW - auch in den Einzugsbereichen von Ems und Lippe "flächendeckende Defizite" bei den Gewässern vorhanden seien. Wirtz wandte sich jedoch gegen Aktionismus im Regierungsbezirk Münster und mahnte ein gemeinsames Konzept mit den Niederlanden und Niedersachsen an, da "wasserwirtschaftliche und ökonomische Betrachtungen nicht vor den Landesgrenzen Halt machen."
Seit Jahren engagiert sich die Bezirksregierung Münster in der Wasserwirtschaft. Zum Beispiel führen die Münsteraner ein Genehmigungsverfahren auch in den Regierungsbezirken Arnsberg und Düsseldorf, das die offene Abwasserableitung in der Emscher im nördlichen Ruhrgebiet beseitigt. Zwischen Dortmund und Dinslaken soll ein 50 Kilometer langer Abwasserkanal entstehen, der in bis zu 40 Meter Tiefe die "braune Brühe" aus der Emscher übernimmt und zu den Kläranlagen leitet. Wirtz: "Dieses Projekt wird der gesamten Region zu mehr Lebensqualität verhelfen".
08.09.2004

