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Freizeitsport und Naturschutz: Bezirksregierung nimmt Kanuten an der Ems erneut unter Vertrag

Münster. Etwa 20 Boote pro Tag in der Hochsaison, insgesamt 3000 Boote pro Jahr schippern über die Ems: Der lauschige Trip im Kanu durch das Naturschutzgebiet ist ein beliebter Freizeitspaß für Sportler, Touristen, Kegelvereine oder Familien mit Kindern. Mit einem neuen Vertrag zwischen der Bezirksregierung Münster, dem NRW-Kanuverband, den Kanu-Verleihern sowie den Verkehrsvereinen entlang der Ems soll die Belastung des Flusses durch die Paddler auch in Zukunft in Bahnen gelenkt werden. Die Vertragspartner haben das Werk heute (Montag, 28. April) in der Bezirksregierung Münster unterschrieben – und stehen so mit ihrem guten Namen dafür ein, dass der Naturschutz an der Ems auch in Zukunft eine wesentliche Rolle spielen wird.

Bereits vor vier Jahren hatten die Landschaftsschützer der Bezirksregierung einen ersten Vertrag erarbeitet. Er lockerte die strengen Vorgaben der „Naturschutzverordnung Emsaue“ und ermöglichte so erstmals eine naturverträgliche Nutzung des Gewässers. Grundsätzlich könnte jeglicher Freizeitsport im Interesse der Natur und der vielen seltenen Vogelarten verboten werden – wahrscheinlich die beste Lösung für Blässralle, Teichralle, Eisvogel, Uferschwalbe und Co. „Uns war aber schon damals klar, dass wir an der Ems die Belange des Tourismus und des Naturschutzes unter ein Dach bringen mussten“, so Stefan Klaucke, als Abteilungsdirektor der Bezirksregierung zuständig für den Naturschutz. Die ersten Erfahrungen sind nun gemacht; der neue Vertrag enthält einige Lockerungen, aber auch Verschärfungen. So hat die Bezirksregierung eine bisherige Beschränkung weitestgehend aufgehoben: Durften früher nur bis zu 100 Boote den Fluss befahren, so gilt diese Einschränkung nun nur noch für zwei besonders gefährdete Bereiche und nur an Wochenenden oder Feiertagen. „Die Statistik der vergangenen Jahr zeigte uns, dass diese Anzahl von Booten an nur wenigen Tagen erreicht wurde“, berichtete Klaucke. Die Verkehrsvereine und der Kanuverband wachen künftig darüber, dass nie zu viele Boote diese empfindlichen Stellen des Flusses befahren. Die Vertragspartner haben sich verpflichtet, ihre Anmeldezahlen regelmäßig abzugleichen. Verschärft hat die Bezirksregierung die Bestimmungen für Fahrten in Gruppen: Planen mehr als zehn Personen eine gemeinsame Tour durch die empfindlichen Bereiche, müssen ihnen die Verleiher eine geschulte Begleitung zur Seite stellen. Sie wird darüber wachen, dass die Gruppe nur an den markierten Stellen am Ufer anlegt, dass kein Müll zurückgelassen wird und dass Vögel nicht beim Brutgeschäft gestört werden. „Die Erfahrungen zeigen, dass wir hier die Kanu-Gruppen schon in ihrem Eigeninteresse in die Mitverantwortung nehmen müssen", erklärt Klaucke dazu. Die freiwillige Selbstkontrolle soll nun gewährleisten, dass die Paddler sich konsequent an die Vorgaben halten, die in dem Vertrag festgeschrieben sind.

Die neue „öffentlich-rechtliche Vereinbarung über eine naturverträgliche Regelung des Kanusports auf der Ems zwischen Warendorf und Rheine“, so der offizielle Name des Werkes mit seinen 16 Vertragspartnern, gilt zunächst drei Jahre und verlängert sich automatisch – wenn sie sich bewährt.

04.09.2003

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