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Aktionen - Stiftung für Menschen in Not in Castrop-Rauxel
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Regierungsvizepräsident Alfred Wirtz (2. v. li.) händigt Anerkennungskurkunde für Castrop-Rauxeler "Aktionen - Stiftung für Menschen in Not" an den Stifter Alfons Lakenberg-Vethacke (2. v. re.) und die Gründungsmitglieder Herbert Schröer (li.) und Nicole Buchwald (re.) aus. Das Bild können Sie hier in druckfähiger Version downloaden. Bild: Bezirksregierung Münster |
Münster/Castrop-Rauxel. Regierungsvizepräsident Alfred Wirtz überreichte heute (21.10.) dem Stifter Alfons Lakenberg-Vethacke (1. Vorsitzender der Aktionsgemeinschaft der Belegschaft MAN Bochum e. V.) und den beiden Gründungsmitgliedern Herbert Schröer (Leiter der Werkstatt für Behinderte in Bochum Grumme) sowie Rechtsanwältin Nicole Buchwald die Anerkennungsurkunde für die Stiftung "Aktionen – Stiftung für Menschen in Not" mit Sitz in Castrop-Rauxel.
"Soziales Engagement ist in der heutigen Zeit ein wertvolles Gut", zeigte sich Regierungsvizepräsident Alfred Wirtz von den geplanten Projekten der Stiftung beeindruckt. "Eine Lebensperspektive für Kinder in der noch immer belasteten Umgebung von Tschernobyl vor Ort aufzubauen", so Wirtz weiter, "helfe, die Kinder für die Zukunft vorzubereiten und ihnen das Leben wieder lebenswert zu machen."
Auch wenn der Reaktorunfall in Tschernobyl bereits 17 Jahre zurückliegt, der Reaktor seit Dezember 2000 abgeschaltet ist und viele Menschen die Katastrophe schon fast vergessen haben: Die Folgen haben nach Expertenmeinung ihren Höhepunkt bis heute noch nicht erreicht. Hier will die neu gegründete Stiftung "Aktionen – Stiftung für Menschen in Not" aus Castrop-Rauxel ansetzen und ein Projekt für geschädigte Kinder und Jugendliche in Mazyr (100 Kilometer nordwestlich von Tschernobyl) ins Leben rufen. Die Menschen dort ernähren sich von Lebensmitteln, die auf verstrahlten Boden gewachsen sind. Die Kindersterblichkeit ist dramatisch angestiegen. Von den 400.000 Kindern in der Region sind 87 Prozent krank. Sie leiden unter Blutkrebs, Atemwegserkrankungen, Erblindung, Blutarmut, psychologischen Störungen oder mussten Amputationen über sich ergehen lassen. Der medizinische Zustand der Kinder ist erschreckend.
Um den vernachlässigten und hilflosen Kindern eine Lebensperspektive zu ermöglichen, wollen sich die Stifter Ende Oktober in der Kinderstätte "Raduga" (zu deutsch: Regenbogen) in Mazyr nach Möglichkeiten für erste Hilfen umsehen. Bei einem Konzert am 29. November in Dortmund soll das Projekt vorgestellt werden.
Die Stiftung wird einen Teil ihrer Mittel als einzelne Hilfen für kriegs- und schwerbehinderte Kinder, die in Deutschland betreut werden, einsetzen. Besondere Bedeutung werden hier Projekte in Oberhausen, Hamm und Bethel bekommen.
Die Stiftung ist mit einem Anfangsvermögen von 50.000 Euro ausgestattet, das in seinem Wert in voller Höhe erhalten bleiben muss. Das Vermögen kann durch Zustiftungen erhöht werden. Auch Spenden sind den Stiftern willkommen, um die Stiftungsziele besser umsetzen zu können.
Im Kreis Recklinghausen gibt es nun 36 Stiftungen, im Regierungsbezirk 281.
21.10.2003



