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200 Jahre Bezirksregierung Münster
Münster. „Wir sind für Verbesserungen offen und werden uns aktiv an dem Diskussionsprozess beteiligen". Das versicherte heute (Donnerstag, 21. August) Regierungspräsident Dr. Jörg Twenhöven während eines Festaktes zum 200-jährigen Bestehen der Bezirksregierung Münster. Siewurde 1803 von Reichsfreiherr vom Stein als „Kriegs- und Domänenkammer" gegründet und ist damit die älteste Bezirksregierung in Nordrhein-Westfalen. Während des Jubiläumsfestes im münsterschen Schloss vor etwa 1300 Gästen aus Politik und Gesellschaft sowie aus der eigenen Behörde unterstrich Twenhöven, das Bezirksregierungen auch in Zukunft und nach der Verwaltungsstrukturreform eine wichtige Rolle im Land Nordrhein-Westfalen spielen müssten: „Gerade die von der obersten Verwaltungsebene klar abgegrenzte Controllingfunktion stellt die zentrale Begründung für die Notwendigkeit einer bündelnden, staatlichen Mittelinstanz dar", so der Regierungspräsident. Die Bezirksregierung kontrolliere zunächst, sei aber auch ein wichtiger Moderator in der Region und zugleich eine starke Interessensvertreterin für die Region in Düsseldorf. Mit Blick auf die zurzeit laufende Diskussion über die künftigen Standorte der Bezirksregierungen und über das „Düsseldorfer Signal" bedankte sich Twenhöven in seiner Rede auch im Namen der Beschäftigten für die vielfältige Unterstützung aus der Region. Besonders die fast geschlossene Unterstützung der Kommunalpolitik im Münsterland sowie Solidaritäts-Aktionen der Wirtschaft für den Erhalt des Standortes Münster hätten bei den Menschen in der Bezirksregierung einen tiefen Eindruck hinterlassen, so Twenhöven. „Wir sind stolz auf die 200 Jahre Bezirksregierung", bekräftigte der Regierungspräsident zum Schluss seiner Rede, „aber nicht im nostalgischen Sinne, sondern weil wir eine Behörde mit großer Tradition, fähigen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern mit hoher Motivation und innovativer Phantasie sind. Kurzum: Wir sind stolz, weil wir topfit sind." Minister Wolfram Kuschke, Chef der Staatskanzlei, überbrachte die besten Glückwünsche der Landesregierung und betonte, dass sich die Mittelinstanzen in ihrer gesamten Geschichte als reformwillig und reformfähig erwiesen hätten. Er hält die zurzeit laufende Aufgabenkritik der Bezirksregierungen für einen wichtigen Baustein für eine erfolgreiche Reform. Erst danach werde man entscheiden, welche Institution wo die neuen Aufgaben wahrnehmen werde. Alle Redner des Vormittages wagten einen kurzen Blick in die Geschichte und waren sich einig: Die Ziele von damals gelten noch heute. Regierungsgeschäfte sollten schneller und einfacher werden durch eine starke, den Kommunen übergeordnete Behörde, die Kompetenz aus vielen verschiedenen Bereichen in einem Hause bündelt und es dem Bürger erspart, mit seinen Anliegen von einer Behörde zur nächsten laufen zu müssen. Dieser Auftrag habe sich im Laufe der zwei Jahrhunderte jedoch verändert und erweitert: Statt reitender Boten gibt es E-Mails, statt Federhalter und Tinte Scanner und Spracherkennungsprogramme. Entscheidungen würden nicht mehr „pflichtexekutiert", sondern Prozesse moderiert. Aus dem „Untertan" und Bittsteller sei ein mündiger Bürger und Kunde geworden. Der Aufbau einer großen Umweltabteilung und einer Abteilung für Regionalplanung zeige schlaglichtartig, dass sich die Bezirksregierung an aktuelle Entwicklungen angepasst habe und ständig auf der Höhe der Zeit sei.
Am Nachmittag feierten die Beschäftigten der Bezirksregierung Münster ein Familienfest im Schlossgarten. Kleinkünstler, ein Puppentheater, historische und aktuelle Feuerwehr- und Polizeiautos boten den großen und kleinen Gästen einen unterhaltsamen Nachmittag. Und dabei zeigten die Beschäftigten erneut, dass sie nicht nur im Dienst topfit sind...
02.09.2003

