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Salz aus dem Münsterland - Bezirksregierung erlaubt Bohrungen im Ahauser Amtsvenn
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Die Schafherde im Amtsvenn wird in den nächsten zwei Jahren von der Salzgewinnungsgesellschaft Westfalen bezahlt. Die Bezirksregierung und das Unternehmen unterzeichneten jetzt einen Vertrag zur industriellen Nutzung einiger Flächen im Venn. Foto: Biologische Station Zwillbrock Hinweis: Die Bilder können Sie in druckfähiger Version unten downloaden |
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Münster. Die Bezirksregierung Münster und die Salzgewinnungs-Gesellschaft Westfalen mbH (SGW) haben einen Vertrag geschlossen, der den Abbau von Salz am Rande des Ahauser Amtsvenns erlaubt. Das Moor steht unter Naturschutz, eine industrielle Nutzung ist an strenge Auflagen gebunden. Von der Vereinbarung profitieren jedoch sowohl das Unternehmen als auch die Biologische Station Zwillbrock, ist die Bezirksregierung Münster überzeugt. Heute unterzeichneten die beiden Geschäftsführer der Salzgewinnungsgesellschaft, Dr. Manfred Inkmann und Gerhard Karl, sowie Stefan Klaucke von der Bezirksregierung das Vertragswerk in Zwillbrock. An der Salzgewinnungs-Gesellschaft Westfalen mbH sind die Unternehmen Solvay, Vestolit und Bayer beteiligt. Darin gestattet die Bezirksregierung der Salzgewinnungs-Gesellschaft Westfalen, in den Randbereichen des Venns Salz aus etwa 1400 Meter Tiefe zu fördern. Im Gegenzug überschreibt die Gesellschaft eine ihrer Flächen im Amtsvenn an das Land Nordrhein-Westfalen - und stellt der Biologischen Station 50 000 Euro für die weitere Entwicklung und Pflege des Amtsvenns zur Verfügung. Stefan Klaucke, Abteilungsleiter für Landschaftsschutz bei der Bezirksregierung Münster, sprach heute von einem „guten Kompromiss zwischen den wirtschaftlichen Interessen des Unternehmens und den Anforderungen des Naturschutzes“. In intensiven Verhandlungen sei es gelungen, so Klaucke, den Zielkonflikt aufzulösen. Auch Dr. Manfred Inkmann von der Salzgewinnungs-Gesellschaft verwies auf die "gute Symbiose zwischen Naturschutz und bergbaulicher Aktivität". Das werde schon allein dadurch belegt, dass die SGW seit 30 Jahren in diesem Gebiet Salzförderung betreibe - ohne gravierende Auswirkungen auf Flora und Fauna. Die Salzgewinnungsgesellschaft Westfalen in Ahaus wird mehrere Bohrungen im Durchmesser von etwa 40 Zentimeter anlegen. Mit Wasser spült sie die Salzvorräte in etwa 1000 bis 1400 Meter Tiefe aus und fördert diese Salz-Sole an die Oberfläche. An den großen Chemiestandorten zum Beispiel in Marl und Rheinberg, zu denen das Salz per Pipeline transportiert wird, sind insgesamt 12 000 Menschen beschäftigt; 11 000 davon in Nordrhein-Westfalen. Anwendungsbereiche der mit Hilfe des Salzes aus dem Ahauser Amtsvenn hergestellten Produkte sind unter anderem die Glasindustrie, die Waschmittelbranche und die Arzneimittelproduktion. Über den Bohrlöchern benötigt die Salzgewinnungs-Gesellschaft ein Areal von etwa 40 mal 45 Metern. Von diesem reichen die Löcher sternförmig schräg in den Boden. Nach Beendigung des Salzabbaus in diesen Kavernen wird die SGW die Plätze räumen und den ursprünglichen Zustand wieder herstellen. Ein Teil des Geldes, dass die SGW für das Amtsvenn zur Verfügung stellt, fließt in ein besonderes Projekt: Die Schafe, die bereits jetzt die Pflanzen im Amtsvenn niedrig halten, bekommen einen neuen Sponsor. Die Salzgewinnungsgesellschaft trägt in den nächsten zwei Jahren die Kosten für die Schafherde. Die wolligen Tiere wird´s nicht stören: Hauptsache, es schmeckt. |
13.10.2003




