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Schüler aus Dortmund und Siegen gewinnen in der Philosophie-Akademie

Münster. Torsten Schoeneberg vom Goethe-Gymnasium Dortmund und Sarah Helduser vom Fürst-Johannes-Moritz-Gymnasium in Siegen reisen im Mai für Deutschland zur XI. Internationalen Philosophie-Olympiade nach Buenos Aires. Schoeneberg und Helduser sind die Sieger der Philosophischen Winterakademie, die jetzt in Münster zu Ende ging. Die Akademie stellt die Endausscheidung eines Landeswettbewerbes dar, an dem sich rund 440 Schüler beteiligt hatten. Die Siegerehrung fand am Donnerstag Abend (6. Februar) in der katholischen Akademie Franz-Hitze-Haus statt. Weitere Plätze belegen Luise Papcke vom Gymnasium Augustianum in Greven, Jenny Mai Ha Minh vom Geschwister-Scholl-Gymnasium in Lüdenscheid sowie Jana Frühauf vom Städtischen Leibniz-Gymnasium in Gelsenkirchen.

Die Sache scheint klar: „Es ist besser, ein unzufriedener Mensch zu sein als ein zufriedengestelltes Schwein; besser ein unzufriedener Sokrates als ein zufriedener Narr. Und wenn der Narr oder das Schwein anderer Ansicht sind, dann deshalb, weil sie nur die eine Seite der Angelegenheit kennen.“ Also: Ist es besser, unzufrieden zu sein und wissend, oder hat die andere Variante auch gute Seiten? Diese Aufgabe aus der Philosophischen Winterakademie in Münster hat es in sich. 25 Schüler hatten die Gelegenheit, sich über dieses oder zwei andere philosophische Problemstellungen den Kopf zu zerbrechen. Vier Stunden lang hatten sie Zeit, die Fragen in einem Essay zu diskutieren. Als ob dies nicht schon schwer genug wäre, leisteten sie noch eine zusätzliche Arbeit: Die Essays durften nur auf Englisch oder Französisch geschrieben werden. Vorweg: Die Schüler lösten die Aufgabe mit Bravour. Die 14 Fachlehrer, die als Jury die Werke bewerteten, attestierten allen Teilnehmern ein „durchweg hohes Niveau der Argumentation“ und lobten die Fähigkeit der Schüler, abstrakte Themen argumentativ schlüssig zu diskutieren und die folgerichtigen Schlüsse zu ziehen.

„Auch im Jahr eins nach PISA muss eine Philosophie-Akademie möglich sein“, plädierte Wolfgang Koch, Schulabteilungsleiter der Bezirksregierung, für die Kür in der Schule. Der Organisations-Aufwand sei unbestritten groß, so Koch. Doch allein die Tatsache, dass sich im Laufe des Landeswettbewerbes fast 500 Schüler freiwillig mit Themen beschäftigt hätten, die nicht auf dem Lehrplan, aber auf der Agenda eines mündigen Bürgers stehen, mache Mut und entkräfte die häufig pauschale Kritik an angeblich mangelnder Leistungsbereitschaft von Schülern und Lehrern. >p> Vier Tage lang haben die 25 Schüler gemeinsam in Münster verbracht. Die Wettbewerbs-Arbeit umfasste dabei nur einen Vormittag. In der übrigen Zeit hörten die Teilnehmer Vorträge über „Praktische Vernunft“, unternahmen einen historisch-philosophischen Stadtrundgang in Münster, besuchten Arbeitsgemeinschaften oder – auch das machen Philosophen – feierten eine gemeinsame Party. Die Akademie wurde ausgerichtet vom Franz-Hitze-Haus, der Westfälischen Wilhelms-Universität Münster, der Josef-Pieper-Stiftung, der Stiftung Westfalen und der Bezirksregierung Münster. „Die Tage im Franz-Hitze-Haus haben gezeigt, wie spannend und unterhaltsam Philosophie ist und welche Bedeutung philosophische Einsichten für das tägliche Leben haben können“, kommentierte Annette Lorke, Jugendbildungsreferentin im Hitze-Hauses und Betreuerin der Schüler, die Akademie.

Mit einer Anekdote schloss Wolfgang Koch die Siegerehrung am Donnerstag Nachmittag: „Es sagte ein Philosoph zu einem Straßenfeger: ,Ich bedauere dich, hart und schmutzig ist dein Tageswerk.’ Der Straßenfeger sagte: ,Vielen Dank, Herr. Aber sage mir, was für eine Arbeit hast du?’ Und der Philosoph antwortete: ,Ich studiere des Menschen Geist, seine Taten und sein Verlangen.’ Da fuhr der Straßenfeger fort, zu fegen, und sagte mit einem Lächeln: ,Ich bedauere dich auch.’“ Anlage: Die aktuelle Sieger- und Teilnehmerliste der 3. Philosophischen Winterakademie in Münster

Anlage: Die aktuelle Sieger- und Teilnehmerliste der 3. Philosophischen Winterakademie in Münster

1. Platz

Torsten Schoeneberg Goethe-Gymnasium 44263 Dortmund

2. Platz

Sarah Helduser Fürst-Johann-Moritz-Gymnasium 57076 Siegen

3. Platz>br>Luise Papcke Gymnasium Augustinianum 48268 Greven

4. Platz

Jenny Mai Ha Minh Geschwister-Scholl-Gymnasium 58511 Lüdenscheid

5. Platz

Jana Frühauf Städt. Leibniz-Gymnasium 45894 Gelsenkirchen

Teilnehmer und Teilnehmerinnen der 3. Philosophischen Winterakademie

Michael Auch Johannes-Kepler-Gymnasium 49477 Ibbenbüren

Laura Birg Gymnasium Borbeck 45355 Essen

Peter Croonenbroeck Gymnasium Paulinum 48143 Münster

Christine Gebhardt Gymnasium Koblenzer Straße 40593 Düsseldorf

Henrik Gerhards Bischöfl. Gymnasium St. Ursula 52511 Geilenkirchen

Rafael Goriwoda Märkisches Gymnasium 58638 Iserlohn

Marc Hansmann Herdergymnasium 32427 Minden

Tim Kaufmann Kaiser-Karls-Gymnasium 52062 Aachen

Max Maddocks Goetheschule Essen 45133 Essen

Henrik Maihack Amplonius-Gymnasium Rheinberg 47495 Rheinberg

Nils Peter Mestekemper Ratsgymnasium Rheda-Wiedenbrück 33378 Rheda-Wiedenbrück

Maren Mordau Ratsgymnasium Minden 32423 Minden

Michael Oberst Kreisgymnasium Halle 33790 Halle

Carolin Rocks Emsland-Gymnasium 48431 Rheine

Janina Schulze Julius-Stursberg-Gymnasium 47506 Neukirchen-Vluyn

Frederik Steenblock Johann-Conrad-Schlaun-Gymnasium 48143 Münster

Monika Thevis Bischöfl. Gymnasium St. Ursula 52511 Geilenkirchen

Iris Thome Helmholz-Gymnasium 40724 Hilden

Lisa Weißbach Gymnasium an der Stenner 58636 Iserlohn

04.09.2003

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