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Das Abenteuer, zu Hause zu sein¿ ¿ Bezirksregierung Münster zeigt die Werke Hermann Moogs

Münster. Hermann Moog (1901-1974) war ein spät berufener Münsterländer. Der gebürtige Gelsenkirchener zog erst 1934 nach Haltern am See und entdeckte das Münsterland als sein liebstes Motiv. Seine Bilder der Lippelandschaft und der Hohen Mark sprechen eine ganz eigene Sprache, die ihn zu einem außergewöhnlichen Künstler macht. „Sehen und Lernen“ – das waren die Leitgedanken Moogs, der sich auch als Kunsterzieher einen Namen machte. Er gründete eine der ersten Kindermalschulen in der frühen Bundesrepublik und gab zahlreichen Jugendlichen und Erwachsenen Unterricht. Er wollte lehren, die Natur und die Kunst zu verstehen.

Die Bezirksregierung Münster zeigt ab heute (4. April) eine große Auswahl der Kunstwerke Moogs. Regierungspräsident Dr. Jörg Twenhöven zeigte sich bei seiner Ansprache überzeugt: „Hermann Moog gehörte zu den großen Landschaftsmalern seiner Zeit. Er hat die Natur des Münsterlandes für die Nachwelt auf eine einzigartige Weise festgehalten und damit einen großen Beitrag für die Kunst in unserer Region geleistet“.

Die Aachener Kunsthistorikerin Prof. Dr. Hildegard Reitz setzt sich intensiv mit der Person und dem Lebenswerk Moogs auseinander. Sie machte in ihrer Rede deutlich, dass Betrachter die Bilder unterschiedlich wahrnehmen: „Dem einen sind sie gemalte Nachbildungen der Natur, dem anderen bildnerische Kompositionen mit gegenständlichen Motiven. Einem Dritten bieten sie ästhetische Variationen und inhaltliche Reflexionen über das Thema Landschaft“.

Der Münsteraner Architekturprofessor Martin Korda, einer der Schüler Hermann Moogs, schilderte seine Begegnung mit ihm: „Moog hat aus der Phantasie seiner Schüler immer für sich selbst etwas abgewinnen können. Seine Bereitschaft war groß, die Dinge immer wieder neu zu sehen. Das zeichnete ihn als Kunsterzieher aus“.

Die Ausstellung findet mitten im Alltag des Regierens und Verwaltens der Behörde statt. Dem Betrachter wird die Möglichkeit gegeben, sich für Momente vom Alltag zu distanzieren und sich ganz von der Natur des Münsterlandes inspirieren zu lassen. In den Bildern Moogs findet die Sehnsucht für die Natur, die sich gerade in diesen Frühlingstagen entfacht, künstlerischen Ausdruck. Baum und Haus, Fluss, Wiese und Feld, Ebene und Himmel – der Betrachter sieht das Bekannte, das Vertraute und befasst sich zugleich mit dem Erlebnis und der Bildwelt des Künstlers im Vergleich zum eigenen Erleben.

Die Bezirksregierung Münster präsentiert die Ausstellung im Rahmen ihres 200-jährigen Bestehens. Sie betont damit ihre Rolle als Förderin der regionalen Kunst. Interessierte haben bis zum 28. April die Gelegenheit, montags bis freitags in der Zeit von 8.30 Uhr bis 15.30 Uhr die Ausstellung im Foyer der Bezirksregierung am Domplatz zu besuchen.

04.09.2003

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